Das Reiserecht, Reisemängel, Ersatzansprüche im Reiserecht

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Das Reiserecht

Grundlage des Reiserechts ist der Reisevertrag. Aus Ihm und aus dem Gesetz ergeben sich die Recht und Pflichten des Reiseveranstalterns, des Reisevermittlers zB Reisebüro und des Urlaubers.

Mangel eines Reisevertrags

Entspricht die Reise nicht der vereinbarten oder der gewöhnlichen  Beschaffenheit, so kann der Reisende den Mangel rügen und innerhalb einer angemessenen Frist Abhilfe verlangen. Dies muss er vor Ort bei der örtlichen Reiseleitung des Reiseveranstalters tun, welche die Reklamation zu Protokoll nimmt. Fehlt diese, so muss er sich an die vom Gesetzgeber vorgeschriebene Notrufnummer des Reiseveranstalters wenden. Ist dieser nicht erreichbar, so hat er den Mangel unverzüglich dem Erfüllungsgehilfen anzuzeigen und Abhilfe zu verlangen. Bloße Unannehmlichkeiten sind vom Reisenden hinzunehmen.

Die Mängelanzeige alleine reicht nach deutscher Gesetzeslage noch nicht aus, um nach Ende der Reise Gewährleistung vom Reiseveranstalter zu verlangen. Ein Kunde muss neben der Mängelrüge auch Abhilfe verlangen.

Kann der Reiseveranstalter oder sein Erfüllungsgehilfe keine Abhilfe verschaffen, so hat der Reisende mehrere Möglichkeiten:

  1. Bei schwerwiegenden Mängel den Reisevertrag nach § 651e BGB kündigen und selbst so Abhilfe herbeiführen, dass er möglichst die preiswerteste Variante wählt. Es trifft ihn die Schadenminderungspflicht. Er kann nach Rückkehr von der Reise den Mehraufwand nach § 651c BGB dem Veranstalter in Rechnung stellen.
  2. Bei leichteren Mängel sich diese bestätigen lassen und nach Ende der Reise binnen vier Wochen beim Reiseveranstalter reklamieren und aufgrund der Gewährleistung eine Reisepreisminderung verlangen. Nach Fristablauf können Ansprüche nur noch dann geltend gemacht werden, wenn der Reisende an der Einhaltung der Frist ohne sein Verschulden verhindert war.

Rechte aus dem Reisevertrag nach Reiseende

Bei einem Reisemangel, der angezeigt wurde, bei dem aber keine Abhilfe gewährt wurde, kann der Reisende die Minderung des Reisepreises verlangen. Richtwerte für die Höhe der Minderung gibt hier die Frankfurter Tabelle oder die Kemptener Reisemangeltabelle. Beide sind jedoch keine rechtsverbindlichen Hilfsinstrumente, weder in Deutschland noch in Österreich.

Bei einer erheblichen Beeinträchtigung der Reise oder Vereitelung der Reise kann der Reisende Ersatz für die nutzlos aufgewendete Urlaubszeit verlangen. Die stellt eine Art Schmerzensgeld für den erlittenen Ärger dar.

Dem Reisenden steht neben der Minderung, dem Rücktritt noch ein Recht auf Schadenersatz nach § 651f BGB zu, wenn der Veranstalter den Schaden zu vertreten hat.

Ein Ausschluss dieser Rechte ist unzulässig und nichtig.

Anzeigefrist

Reisemängel sind schriftlich innerhalb eines Monats nach vertraglicher Beendigung der Reise dem Veranstalter anzuzeigen. Der Reisende sollte für einen Nachweis des Zuganges des Schreibens Sorge tragen, da er die Beweislast für den  Zugang dieser Erklärung trägt.

WICHTIG: Ansprüche wegen Mängeln aus dem Titel Gewährleistung, die nicht innerhalb dieser Frist angezeigt wurden, sind ausgeschlossen. Schadenersatzansprüche haben eine längere Frist.

Aus diesem Grund ist es von großer Wichtigkeit die Frist zu kennen und einzuhalten.

Ein Reisevertrag hält alle wesentlichen Merkmale der Reise und Bedingungen des Reiseveranstalters fest:

Datum des Abschlusses des Reisevertrags
den vollen Firmenwortlaut des Reiseveranstalters sowie Hinweis auf Firmensitz
Name und Anschrift des Buchenden
Namen von Mitreisenden
Reisezeit und -dauer
Reiseziel
Art des Transportmittels
Bei Flugreisen: die voraussichtlichen Flugzeiten
Name und Art der Unterbringung und Verpflegung
Reisepreis
Kundenwünsche
Zahlungsbedingungen
Grundlage(n) des Reisevertrags: Ausschreibungsunterlage, allgemeine Reisebedingungen
Hinweis auf Einreise- und Impfvorschriften
Hinweis auf die Mängelrügepflicht des Kunden
Hinweis auf die Grundlagen einer möglichen Preisänderung
Hinweis auf die Möglichkeit des Abschlusses einer Reiserückholversicherung
Felder für drei Unterschriften:
Unterschrift zum Einverständnis der Reisebuchung an sich
Unterschrift zum Einverständnis, auch für die Erfüllung des Reisevertrags für die mitgebuchten Personen zu haften
Unterschrift zum Einverständnis der Weitergabe der notwendigen persönlichen Daten zur Erfassung in der EDV

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Reiserecht
 
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